EU-AE Aktuelles "Akademische Prostitution" -- Wissenschaft im 21.Jahrhundert

"Akademische Prostitution" -- Wissenschaft im 21.Jahrhundert

Die amerikanische Psychologen-Vereinigung (APA) veröffentlichte im August 2008 einen "Report", in dem behauptet wird, daß psychische Probleme bei Frauen, die im ersten Trimester abtreiben ließen, wissenschaftlich nicht nachweisbar seien.
Das widerspricht vielen Studien, die zB im European Journal of Public Health, im Journal of American Physicians and Surgeons, der Canadian Medical Association, des Scandinavian Journal of Public Health, und des Elliot Institutes (Dr. David Reardon) veröffentlicht wurden.

Da wird eindeutig nachgewiesen, daß eine beträchtliche Anzahl von Frauen nach Abtreibungen unter Traumata leiden. Reardon zeigt, daß diese Traumata vergleichbar sind mit den psychischen Problemen von Kriegsveteranen.
Alle einschlägige Studien weisen auf die Folgen von Abtreibung hin: jahrelang anhaltende psychische und emotionale Störungen.
Die amerikanischen Psychologen wissen sehr wohl um diese wissenschaftlich gesicherten Tatsachen, ziehen es aber vor, sich der Ideologie anzuschließen, wie sie in USA (und bei der UNO) vorherrscht. Man ignoriert einfach die Forschungsergebnisse oder relativiert sie, indem man behauptet, sie seien unzuverlässig und mit zweifelhaften Methoden gewonnen.

Die weltweit zu den führenden medizinischen Fachzeitschriften gehörende "Lancet" (England) hat jetzt in einem Editorial (Nr 372/2008: 602) zu diesen Behauptungen Stellung genommen und sie kritisiert. Es wird auf das "Post-abortion Syndrom" hingewiesen und auf die Notwendigkeit von Maßnahmen, auf die "mentale Gesundheit" der Frauen zu achten.
Ein führendes Mitglied der APA, Frau Dr. Rachel MacNair, gab ihre Mitgliedschaft auf und klagte den Psychologenverband an, "die Wissenschaft neu zu erfinden, damit sie einer Ideologie dienstbar werden kann".

Schon vor über 10 Jahren haben Prof. Max Thürkauf († 1993) und Dr. med Siegfried Ernst auf die Misere der modernen Wissenschaft hingewiesen: "Wissenschaft schützt vor Torheit nicht" (Thürkauf) und "Wissenschaft von gestern als ideologischer Irrtum von heute" (Ernst).
Was heute hier von "Wissenschaftlern" betrieben wird, kann man nur noch mit Prostitution vergleichen.

Prof. Dr. Hans Schieser
DePaul University, Chicago

 

 
Medizin & Ideologie

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Medizin & Ideologie 4/2012